22.03.2005 SWISS startet mit Lufthansa
in eine neue Zukunft "Grünes Licht" für Lufthansa und Swiss: Der
Aufsichtsrat der Deutschen Lufthansa AG und der Verwaltungsrat der Swiss
International Air Lines AG haben heute dem gemeinsam von beiden
Unternehmen entwickelten Geschäftsmodell zur Übernahme und Integration der
SWISS in den Lufthansa-Konzern zugestimmt. Die Schweizerische
Eidgenossenschaft, der Kanton Zürich und weitere Großaktionäre
unterstützen die Transaktion. Bislang liegt für über 80% des SWISS
Aktienkapitals eine entsprechende Zustimmung vor. Lufthansa
Vorstandsvorsitzender Wolfgang Mayrhuber und SWISS-CEO Christoph Franz
werden den Integrationsvertrag heute um 20 Uhr in Zürich unterzeichnen.
Lufthansa Vorstandsvorsitzender Wolfgang Mayrhuber betont die Vorteile
der Integration für beide Airlines: "Mit Lufthansa und SWISS schließen
sich zwei weltweit anerkannte Airlines mit ausgeprägtem Qualitäts- und
Serviceverständnis zusammen. Was zählt, sind die offensichtlichen Vorteile
für unsere Kunden. Mehr Zielorte, bessere Verbindungen, durchgängige
Vielfliegerprogramme, Loungezugänge und vieles mehr steigern die
Attraktivität beider Unternehmen. Der Zusammenschluss ist nicht nur gut
für die Schweiz und Deutschland, er ist auch vorteilhaft für unsere STAR
Partner und stärkt die europäische Luftfahrt."
Christoph Franz, CEO und Präsident der Konzernleitung von SWISS sagte
zu dem erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen mit Lufthansa: "Die SWISS
kann als Mitglied des Lufthansa-Konzerns ihre Aufgabe dauerhaft noch
besser erfüllen, die Schweiz mit der Welt zu verbinden. Mit dem
erweiterten Angebot durch die Einbindung in dieses führende Netzwerk,
abgestimmten Flugplänen und dem Zugang zu den Lounges von Lufthansa und
deren Partner wird die SWISS für ihre Kunden noch attraktiver. Die Basis
für eine positive Entwicklung der SWISS liegt jedoch weiterhin in der
Schaffung einer wettbewerbsfähigen Kostenstruktur." SWISS wird das im
Januar 2005 angekündigte Restrukturierungsprogramm deshalb konsequent
weiter führen. Nach wie vor will das Unternehmen die laufenden
Verhandlungen über neue Gesamtarbeitsverträge zügig abschliessen, wie dies
am Wochenende mit drei Bodengewerkschaften bereits erfolgt ist. Christoph
Franz: "Der Integrationsvertrag sichert die faire Entwicklung des
Drehkreuzes Zürich, die Größe unserer Langstreckenflotte, die
Qualitätsmarke SWISS und den Erhalt der SWISS als operative
Fluggesellschaft mit Sitz in der Schweiz." Zur langfristigen Sicherung der
Schweizer Luftverkehrsinfrastruktur wird für zehn Jahre eine unabhängige
Stiftung nach Schweizer Recht gegründet, die einen Vertreter für den
Lufthansa Aufsichtsrat und zwei Verwaltungsratsmitglieder von Swiss
vorschlagen kann.
Lufthansa wird mit der Integration von SWISS ihre Stellung als
international führender Netzwerkcarrier weiter ausbauen. Durch den Zugang
zu einem attraktiven Markt mit hoher Wirtschaftskraft und die
Harmonisierung des Nachbarschaftsverkehrs stärkt Lufthansa nachhaltig ihre
Wettbewerbsposition. Bereits zum Winterflugplan 2005/2006 steht den Kunden
beider Gesellschaften ein erweitertes, weltumspannendes Angebot zur
Verfügung.
Durch die Übernahme entstehen erhebliche Synergien auf der Ertrags- und
Kostenseite, die sich schrittweise erhöhen und ab dem Jahre 2007 jährlich
rund 160 Millionen Euro (rund 250 Millionen Schweizer Franken) betragen.
Das gemeinsam erarbeitete Geschäftsmodell sieht vor, dass SWISS eine
weitgehend eigenständige Fluggesellschaft mit Geschäftsleitung und Sitz in
der Schweiz, mit eigener Flotte und Crew bleibt und im Lufthansa-Verbund
als Profit-Center geführt wird. SWISS wird ihren eigenen Markenauftritt
behalten, ihre Stärken weiter entwickeln und ihren Standortvorteil im
Schweizer Markt ausbauen. Dazu gehören ein nachfragegerechtes
internationales Streckennetz und ein interkontinentales Drehkreuz am
Standort Zürich, das neben den Lufthansa-Drehkreuzen Frankfurt und München
gleichberechtigt entwickelt werden soll. Lufthansa wird die
Langstreckenflotte der SWISS um zwei zusätzliche Flugzeuge erweitern,
falls wettbewerbsfähige Kostenstrukturen vorliegen. Dem Unternehmen
SWISS und seinen Mitarbeitern eröffnen sich langfristige Perspektiven.
Transaktionsstruktur Ziel ist die vollständige Übernahme der
SWISS. Aufgrund der kartellrechtlichen Anforderungen und zur Sicherung der
Verkehrsrechte erfolgt der Erwerb in mehreren Stufen. Die Aktien der SWISS
werden von einer neu gegründeten Schweizer Gesellschaft (AirTrust)
gehalten. In einem ersten Schritt erwirbt Lufthansa 11% an AirTrust. Nach
kartellrechtlicher Freigabe wird der Anteil auf 49% erhöht. Gleichzeitig
werden Verhandlungen zur Sicherung der Luftverkehrsrechte geführt. Bei
Vorliegen von entsprechenden Übereinkünften wird Lufthansa SWISS zu 100%
übernehmen.
Lufthansa wird über AirTrust den Free-Float-Aktionären der SWISS
voraussichtlich im Mai ein Übernahmeangebot unterbreiten. Die Höhe
errechnet sich aus dem Durchschnittskurs der SWISS Aktie der
zurückliegenden 30 Handelstage, ausgehend vom Tag der Anmeldung bei der
Übernahmekommission in der Schweiz (voraussichtlich 23. März 2005).
Lufthansa wird für rund 15% der SWISS Aktien rund 45 Millionen Euro (rund
70 Millionen Schweizer Franken) aufwenden.
Die SWISS-Grossaktionäre erhalten für den Tausch ihrer Aktien einen
Besserungsschein (Outperformance-Option), dessen Auszahlung im Jahre 2008
von der Kursentwicklung der Lufthansa Aktie gegenüber einem Vergleich von
Konkurrenzwerten abhängig ist. Bei 50% besserer Kursentwicklung der
Lufthansa Aktie beträgt die maximale Auszahlung rund 250 Millionen
Euro (rund 390 Millionen Schweizer Franken).
Insgesamt liegt der Kaufpreis für den vollständigen Erwerb von SWISS
zwischen ca. 45 Millionen Euro und 300 Millionen Euro (zwischen 70
Millionen und 460 Millionen Schweizer Franken).
Zahlen zu Lufthansa und SWISS Mit Lufthansa flogen im
vergangenen Jahr 50,9 Millionen Passagiere zu 176 Zielen, mit SWISS 9,2
Millionen zu 70 Zielen. Der Lufthansa Konzern beschäftigt rund 90.000
Mitarbeiter und betreibt eine Flotte von 377 Flugzeugen (konsolidierte
Flotte). Der SWISS Konzern mit 7.900 Mitarbeitern setzt derzeit 80
Flugzeuge (Gesamtflotte) ein. |